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Zur Wohnsituation
Wie und in welchen Wohnungen leben die Deutschen? Wohnen sie im eigenen Haus oder zur Miete? Wie zufrieden sind sie mit ihrer Wohnsituation? Welche Unterschiede bestehen zwischen Ost und West, Deutschen und Ausländern?

35,9 Millionen Haushalte in Deutschland
Im April 2002 gab es etwa 35,9 Millionen Haushalte, von denen 35 Millionen als Hauptmieter oder Eigentümer in ihren Wohnungen lebten. Die übrigen Haushalte wohnten zur Untermiete. Hierbei handelte es sich in der Regel um Einpersonenhaushalte. Insgesamt sind etwas mehr als ein Drittel aller Haushalte, nämlich 37 %, Einpersonenhaushalte (Stand März 2004). In den Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern hat der Anteil der Singlehaushalte inzwischen fast 50 % erreicht. In kleinen Gemeinden mit weniger als 5.000 Einwohnern hingegen beläuft sich der Anteil gerade mal auf 28 %. Im Vergleich zur Zusatzerhebung aus dem Jahr 1998 war bei der Umfrage 2002 eine überproportionale Zunahme der Einpersonenhaushalte um 8,6 % gegenüber den Haushalten insgesamt fest zu stellen.

Rückläufig hingegen war die Zahl der Haushalte mit Kindern. Im früheren Bundesgebiet beträgt der Anteil der Haushalte mit Kindern 24,0 %. In Ost und West zeigt sich eine gegenläufige Entwicklung: Während im Westen sich die Zahl der Haushalte mit Kindern um 0,9 % erhöhte, ist diese im Osten um 13,5 % zurück gegangen.

Weniger Bevölkerung im ländlichen Raum
Rund 15 % der deutschen Bevölkerung lebte Ende 2003 in ländlichen Räumen, rund 35 % in sogenannten halbstädtischen und etwa 48 % in dicht besiedelten städtischen Räumen. Im Vergleich zu den Daten von 1994 blieb damit der Bevölkerungsanteil in den Städten fast unverändert, wohingegen sich der Anteil der Landbewohner zugunsten der halbstädtischen Räume reduziert hat. Die ländlichen Gebiete kommen auf eine Bevölkerungsdichte von 66 Menschen pro Quadratkilometer, im Vergleich zu 223 in halbstädtischen Gegenden und 1.250 in den Städten.

Wie groß sind deutsche Wohnungen?
Die Wohnfläche ist ein wesentliches Merkmal der Wohnsituation. Über 69,9 Quadratmeter Wohnfläche verfügten im früheren Bundesgebiet allein lebende Menschen im Durchschnitt. 60,3 % von ihnen lebten auf 40 bis 80 Quadratmeter, fast 30 % auf mehr als 80 Quadratmetern und etwa jeder zehnte Einpersonenhaushalt bewohnte eine Kleinwohnung mit bis zu 40 Quadratmetern Wohnfläche.

Die Wohnungen in den neuen Ländern sind durchschnittlich kleiner: Der durchschnittliche Einpersonenhaushalt verfügt im Osten nur über 57,8 Quadratmeter. Etwa jeder sechste ostdeutsche Einpersonenhaushalt bewohnte eine Kleinwohnung mit bis zu 40 Quadratmetern. Im Osten haben 13,1 % der Alleinlebenden eine Wohnung bis 80 Quadratmetern Wohnfläche, in Westdeutschland waren es dagegen 29,2 %.

Alternativer Indikator zur Wohnraumversorgung: Zahl der Haushaltsmitglieder zur Zahl der Räume
Ein weiterer Indikator zur Wohnraumversorgung ergibt sich aus dem Vergleich der Zahl der Haushaltsmitglieder und der Zahl der Wohnräume. Nicht mitgerechnet werden Bad und Küche sowie Kammern unter sechs Quadratmetern. In den 90er Jahre ist im Hinblick auf diesen Indikator in Ost wie in West eine deutliche Verbesserung festzustellen. Nur noch in vier beziehungsweise in fünf Prozent der Haushalte steht weniger als ein Wohnraum pro Kopf zur Verfügung.

Interessant dabei ist, dass die Wohnungen im Osten zwar eher kleiner sind, dass aber Haushalte mit Kindern unter 16 Jahren im Westen sogar häufiger von Wohnraumunterversorgung betroffen sind (20 %) als in den neuen Ländern (15 %). Dies ist unter anderem mit der im Durchschnitt geringeren Kinderzahl ostdeutscher Familien zu erklären. Ein weiterer Unterschied zeigt sich zudem, wenn man den Zusammenhang von Wohnraumversorgung und Einkommen betrachtet: Westdeutschen Haushalten im untersten Einkommensquintil stehen durchschnittlich 44 Quadratmeter pro Person zur Verfügung, im obersten Quintil sind es 64 Quadratmeter pro Person. Diese Differenz fällt im Osten geringer aus. Hier liegt sie bei nur sechs Quadratmetern, nämlich 40 Quadratmetern im untersten, 46 Quadratmetern im obersten Quintil.

Verbesserung der Wohnsituation der ausländischen Haushalte
Quelle: http://www.drehscheibe.org/leitfaden-artikel.html?LeitfadenID=193

"Die Wohnsituation der ausländischen Mitbürger hat sich von 1985 bis 1998 deutlich verbessert. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat dies 2001 in einer vergleichenden Studie untersucht. Wohnungsversorgung und Wohnungsausstattung, der Eigentümerstatus und die Wirkungen von Umzügen von Haushalten mit deutschen und ausländischen Haushaltsvorständen wurden analysiert. Fazit: In fast allen Punkten hat sich die Wohnsituation der Ausländer in den 1980er und 1990er Jahren deutlich verbessert. Weil das aber auch für deutsche Haushalte gilt, gibt es nach wie vor große Unterschiede in der Wohnungsversorgung von Deutschen und Ausländern. So verfügen 1998 zwar praktisch alle (98 %) von Ausländern belegte Wohnungen über ein Bad, eine Zentralheizung hatten jedoch nur 84 % der Wohnungen gegenüber 66 % im Jahr 1985 (deutsche Haushalte: 95 % in 1998).

Die durchschnittliche Wohnfläche pro Person hat zugenommen, bei Deutschen aber noch stärker (von 39 auf 46 Quadratmeter) als bei ausländischen Haushalten (von 29 auf 31 Quadratmeter). Bei der Raumzahl pro Person hat sich die Situation bei Ausländern sogar verschlechtert: von 1,5 Räumen (1985) auf 1,3 Räume (1998). Dies wird darauf zurückgeführt, dass durch Umzüge aus Altbauwohnungen in neuere Etagenwohnungen häufig weniger, dafür größere Räume zur Verfügung stehen. Bei den Deutschen ist die Zahl der Räume pro Person von 1,6 auf 1,8 gestiegen, was auf die Verkleinerung der Haushalte und die große Zahl der Singlehaushalte zurückzuführen ist."

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Fachwerkhaus
Foto: photocase.de
Wie zufrieden sind die Deutschen mit ihrer Wohnung?
In Ostdeutschland hat sich der Zustand der Gebäude seit Beginn der 90er Jahre nach Einschätzung der Bewohner deutlich verbessert. Etwa zwei Drittel der Ostdeutschen bewerten den Zustand des von ihnen bewohnten Gebäudes als gut, doch immerhin sieben Prozent bezeichnen ihn noch als "ganz renovierungsbedürftig".
Im Westen sind dies nur zwei Prozent. Dabei hat sich die Beurteilung der Gebäude im Westen in den letzten Jahren kaum verändert. Die Annäherung der Wohnzufriedenheit in Ost und West ist auf zwei Ursachen zurückzuführen: Zum einen ist es der deutlich verbesserte Gebäudezustand im Mietwohnungsbau. Hinzu kommt die wachsende Quote von selbstgenutztem Wohneigentum, bei dem die Wohnzufriedenheitsquote generell höher liegt.

Ganz allgemein sind Eigentümer meist zufriedener mit ihrer Wohnsituation als Mieter. Die Zufriedenheit der Eigentümer hat sich in Ost und West seit 1994 auch kaum verändert. Gemessen an einer elfstufigen Zufriedenheitsskala von Null bis zehn Punkten lag diese 2002 in den alten Ländern bei 8,3 Punkten und in den neuen Ländern bei 8,0. Mieterhaushalte lagen in Ost und West bei jeweils 7,1 Punkten.

Tabelle: Wohnzufriedenheit in Deutschland 1994-2002, Quelle: Statistisches Bundesamt 2004, S. 522

Hohe Beständigkeit der Mietverhältnisse
Mietverhältnisse sind in Deutschland durch eine hohe Beständigkeit gekennzeichnet. Die durchschnittliche Wohndauer eines Mieterhaushaltes beträgt etwa zwölf Jahre. Dabei ergeben sich zwischen den verschiedenen Anbietergruppen nur minimale Unterschiede. Dennoch kann der professionell-gewerbliche Sektor mit 15 Jahren gegenüber den privaten Kleinanbietern mit einer durchschnittlichen Wohndauer von elf Jahren eine festere Kundenbindung herstellen. Am treuesten sind indes die Mieter von Wohnungsgenossenschaften, sie bleiben durchschnittlich 16 Jahre in ihrer Wohnung.

Fluktuationsrate ist seit 2002 wieder rückläufig
Etwa 25 % der Mieter leben bereits länger als 21 Jahre in ihrer Wohnung. Gleichzeitig sind auch 17,2 % der Mietverträge noch keine 16 Monate alt. In den 90er Jahren war in Deutschland ein kontinuierlicher Anstieg der Fluktuationsraten zu verzeichnen, so dass der Anteil neu vermieteter Wohnungen von etwa sieben Prozent Anfang der 90er auf über elf Prozent im Jahr 1999 anstieg. Seither ist die Fluktuationsrate jedoch wieder rückläufig.


Grafik: Durchschnittliche Wohndauer im Wohnungsbestand unterschiedlicher Anbietergruppen, Quelle: GdW 2004: S.32

Grafik: Fluktuationsraten ausgewählter Großstädte, Quelle: GdW 2004, S. 34

Eigentümerquote ist im internationalen Vergleich gering
Die Eigentümerquote, also der prozentuale Anteil der von den Eigentümern selbst bewohnten Wohnungen, liegt im ehemaligen Bundesgebiet rund zehn Prozent höher als in den neuen Bundesländern. Im früheren Bundesgebiet wird eine Eigentümerquote von 44,6 % gemessen, in den neuen Ländern und Ost-Berlin eine Quote von nur 34,2 % - und das trotz einer stärkeren Zunahme des Anteils der von Eigentümern selbst genutzten Wohnungen im östlichen Bundesgebiet. Trotz diverser Maßnahmen zur Wohneigentumsförderung liegt Deutschland mit diesen Werten weit hinter den europäischen Spitzenreitern wie beispielsweise Spanien mit rund 80 % Wohneigentum.

Grafik: Bewohnte Wohnungen in Deutschland nach Baualter und Art der Nutzung, Quelle: GdW 2004, S. 18

Grafik: Anteil der Eigentümer- und Mieterhaushalte nach dem Alter der Bezugsperson, Quelle: Statistisches Bundesamt 2002, S. 27

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Hoher Anteil an Mieterhaushalten im Vergleich zum europäischen Ausland
Ein besonderes Merkmal des deutschen Wohnungsmarktes ist also der hohe Anteil an Wohnungen, die zur Miete bewohnt werden. Mit 57,4 % aller Haushalte wohnt der größte Anteil der Bevölkerung derzeit zur Miete. In nahezu allen anderen EU-Ländern wohnen mehr als die Hälfte der Haushalte im Eigentum. Neben Großbritannien mit einer Eigentümerquote von nahezu 70 % - selbst in London liegt sie bei 58 % - werden in Italien, Griechenland und Spanien Eigentümerquoten von über 80 % erreicht. In Europa ist allein die Schweiz noch ein stärkeres Mieterland: Hier liegt der Anteil an Mieterhaushalten mit 65 % um acht Prozent höher als in Deutschland. Damit gehören gerade die wohlhabenden Länder Deutschland und Schweiz zu den Ländern mit einem hohen Mietwohnungsanteil.

Grafik: Mieterquote in europäischen Staaten 2001, Quelle: GdW 2004, S. 16

Grafik: Wohlstandsniveau, Mieterquote und Größe des Wohnungsmarktes in Europa 2001, Quelle: GdW 2004, S. 17

Eigentümerquote bei Ausländern ist angestiegen
Quelle: http://www.drehscheibe.org/leitfaden-artikel.html?LeitfadenID=193

'Die Eigentümerquote bei Ausländern stieg von 8 % in 1985 auf 13 % in 1998, bei Türken sogar von 2 % auf 12 %. (...) Die deutliche Erhöhung der Eigentümerquote bei Ausländern ist zweifellos ein wichtiger Indikator für die steigende wirtschaftliche und soziale Integration. Entsprechende Zahlen für eingebürgerte Migranten würden die Quote wohl weiter erhöhen; darüber liegen aber keine Zahlen vor. Nach einer MARPLAN-Studie 1998 haben 81,8 % eine Wohnung oder ein Haus privat gemietet. 8,8 % verfügen über Wohn- oder Hauseigentum. Den höchsten Anteil an Eigentümern gibt es mit 12,9 % unter Italienern und mit 10,4 % unter Griechen. Nur 1,2 % der Befragten leben noch - wie die erste Generation der 'Gastarbeiter' - in einer Gemeinschaftsunterkunft und 7,9 % zur Untermiete.'

Eigentümern steht eine größere Wohnfläche zur Verfügung
Eigentümerwohnungen sind in Deutschland mit etwa 115,7 Quadratmetern deutlich größer als Mietwohnungen mit ihren durchschnittlich 70 Quadratmetern. 82,5 % aller Eigentümerwohnungen sind größer als 80 Quadratmeter, bei Mietwohnungen sind es hingegen nur 29,3 %. Entsprechend verfügen nur 17,5 % der Eigentümerwohnungen über eine Wohnfläche von unter 80 Quadratmetern - bei den Mietwohnungen sind es dagegen 70,7 % der Wohnungen. Diese Größenunterschiede ergeben sich vor allem daraus, dass die Einfamilienhäuser, die ja von ihren Eigentümern überwiegend selbst bewohnt werden, mit ihrer großen Quadratmeterzahl in den Durchschnittswert der Eigentümerwohnungen einbezogen werden.

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Letzte Änderung: 08.07.2005