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Preis Soziale Stadt 2010 in Berlin vergeben - Auslober gründen gemeinsam mit dem Deutschen Mieterbund das 'Bündnis für eine Soziale Stadt'

Bei der Preisverleihung zum Wettbewerb 'Preis Soziale Stadt 2010' wurden am 13. Januar 2011 in Berlin zehn herausragende Beispiele sozialen Engagements mit einem Preis und elf weitere Initiativen mit einer Anerkennung ausgezeichnet.

Der Wettbewerb zum 'Preis Soziale Stadt 2010' hat, wie seine erfolgreichen Vorgänger, große bundesweite Aufmerksamkeit erfahren. Insgesamt wurden 178 Wettbewerbsbeiträge eingereicht. Sie zeigen, wie dem sozialen Auseinanderdriften der Lebenslagen der Menschen und der damit einhergehenden sozialen Entmischung und krisenhaften Entwicklung ganzer Wohnquartiere und Kommunen begegnet werden kann.

Dokumentation des Wettbewerbs Preis Soziale Stadt 2010 >>>

Der Wettbewerb ist eine Gemeinschaftsinitiative unterschiedlicher Einrichtungen. Träger sind der AWO Bundesverband, der Deutsche Städtetag, der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, die GBG Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft, die Schader-Stiftung und der vhw Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung. Er wurde unterstützt durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS).

Die ausgezeichneten Projekte belegen eindrucksvoll, welch großen Nutzen der strategische Ansatz des Programms 'Soziale Stadt' stiftet, baulich-investive und soziale Maßnahmen miteinander zu verknüpfen. Durch die vom Bund für das Jahr 2011 beschlossenen Kürzungen wird diese Verknüpfung künftig kaum mehr möglich sein. Die Auslober erwarten, dass das Wettbewerbsergebnis dazu beiträgt, insbesondere die Verantwortlichen im Bund dazu zu bewegen, diesen erfolgreichen Politikansatz in den nächsten Jahren mit einer den Problemen in den Städten und Stadtteilen angemessenen Mittelausstattung fortzuführen.

Zur Unterstützung dieses Anliegens hat der Verbund der Auslober gemeinsam mit dem Deutschen Mieterbund das 'Bündnis für eine Soziale Stadt' gegründet. Mit Blick auf die im ersten Quartal anstehenden Beratungen zum Bundeshaushalt für das Jahr 2012 fordert das Bündnis dazu auf,

  • das Programm Soziale Stadt im Jahre 2012 wieder auf dem Niveau des Jahres 2010 zu fördern und die für 2011 beschlossene Kürzung der Bundesmittel von 95 Mio. Euro auf 28 Mio. Euro im kommenden Jahr wieder zurückzunehmen,
  • die im Jahre 2011 nur noch eingeschränkt mögliche Verknüpfung investiver und nichtinvestiver Maßnahmen als Kernpunkt des Programms wieder in vollem Umfang zuzulassen,
  • den Ausschluss des Programms Soziale Stadt aus der Möglichkeit der Umverteilung von Bundesmitteln zwischen den Programmen der Städtebauförderung wieder aufzuheben.


Die ausgezeichneten Projekte 2010 im Überblick

Auch die sechste Auslobung des Wettbewerbs zum Preis Soziale Stadt hat ein großes Echo gefunden: 178 Einsendungen bezeugen das bundesweite Interesse für diesen Wettbewerb, der das soziale Miteinander in den Wohnquartieren thematisiert. Beim letzten Wettbewerb hatten sich 170 Projekte beworben. Bei der Mehrheit der ausgezeichneten Projekte ist das Zusammenspiel baulicher Investitionen mit sozialen Maßnahmen der Erfolgsgarant.


Die Preisträger 2010:

Stadtteilzentren als soziale und kulturelle Mittelpunkte

Der Wohnungsbaugesellschaft GEWOBA in Bremen ist es gelungen, aus drei vorhandenen Gebäuden durch geschickten Umbau eine gelungene Hülle für viele Betreuungsangebote zu machen. Das Projekt „Aus drei wird eins“ – Familien- und Quartierszentrum Neu Vahr Nord“ wurde inhaltlich sorgfältig mit der Evangelischen Kirchengemeinde sowie den ortsansässigen Vereinen und Initiativen vorbereitet, die heute die inhaltliche Programmgestaltung und Nutzung tragen.

Das „GLEIS 3 – Kulturzentrum Lübbenau“ verbindet als kulturelles und soziales Scharnier die Altstadt mit der in industrieller Bauweise errichteten Neustadt. Im Verein "Freunde der Lübbenaubrücke e.V." haben sich Stadt, die beiden großen Wohnungsunternehmen und der Träger Kulturegio e.V. zusammengeschlossen, um das ehemalige Bahnbetriebswerk an der Nahtstelle beider Stadtteile zu einem Kulturzentrum mit sozialer Orientierung umzugestalten - mit den Themen Kunst und Kultur, Weiterbildung und Beratung, Ehrenamt und Bürgerhilfe.

Das Nachbarschaftszentrum „Pusteblume“ von Halle / Saale ist ein von der Stadt unterstütztes interkulturelles Mehrgenerationenhaus in Halle-Neustadt. Die ehemalige Kindertagesstätte ist zum einem attraktiven Ort für alle Bürger geworden, da es gelungen ist, für unterschiedlichste Institutionen und Vereine, aber auch für nicht organisierte Einzelpersonen gemeinsam nutzbare Räume zu eröffnen. Die Angebote reichen von Hobbywerkstätten, Kultur- und Kunstkursen, Müttertreffs und Seniorennachmittagen bis hin zur Jobbörse und zur Hilfestellung bei Sozialleistungen und Verwaltungsfragen.


Wohnen im Stadtteil

Die „Integrative Bauhütte Teichstraße - Lichtblicke für Menschen und Häuser, die keiner (mehr) will“ zeigt, wie es der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft in Lörrach gelingt, Arbeit, Wohnraumversorgung und Stadtbildpflege zusammenzubringen. Das denkmalgeschützte Wohngebäude wurde in Zusammenarbeit mit der Beschäftigungsinitiative "Bauhütte" saniert. Menschen mit Vermittlungshemmnissen fanden dort Arbeit und konnten zudem in die selbst sanierten Wohnungen zurückkehren.

In enger Kooperation mit dem kommunalen Quartiersmanagement setzt die Münchener Wohnungsbaugesellschaft GEWOFAG das Projekt „Quartiersentwicklung Piusplatz, Wohnen im Viertel – zu Hause versorgt – ein Leben lang“ um. Die Verbindung von Bestanderneuerung und Wohnumfeldverbesserung mit sozialer Betreuung für Ältere und Pflegebedürftige sowie mit familienfreundlichen Angeboten zielt auf den Erhalt einer generationenübergreifenden sozialen Balance.
Entwicklung von Quartieren

In der Stadtteilschule Gelsenkirchen-Ückendorf haben 90 Prozent der Schüler einen Migrationshintergrund. Die Schule ist zum kulturellen Treffpunkt geworden und öffnet sich für den gesamten Stadtteil, indem Mensa, Aula mit Stadtteilkino und Cafeteria nicht nur für die Nachbarschaften zur Verfügung stehen, sondern zusätzliche Ausbildungs- und Arbeitsplätze bieten. Ein mit vielen Partnern aufgebautes System der Berufsvorbereitung und Qualifizierung unterstützt die Schulabgänger und steht beispielhaft dafür, wie Schulen soziale Verantwortung über ihre originäre Aufgabe hinaus übernehmen können.

Das Projekt „Leben in Scharnhorst ist bunt! Wohnungswirtschaftliches Quartiersmanagement Scharnhorst-Ost“ in Dortmund ist beispielgebend für die gelungene Kooperation mehrerer Wohnungsunternehmen. Das gemeinschaftlich getragene Quartiersmanagement stößt vielfältige Initiativen an - von Pflanzaktionen und Spielangeboten bis hin zu Nachbarschaftstreffen - und ist auf viele Quartiere mit komplexen Eigentümerstrukturen übertragbar.

Das Projekt „Im Westen was Neues – Bürgerbeteiligung im Rahmen des Entwicklungskonzeptes von Bürgern für Bürger“ in Hamm / Westfalen beschreibt, wie die Stadt gemeinsam mit vielen Partnern die integrierte Quartiersentwicklung im vom
Strukturwandel geprägten Hammer Westen vorantreibt. Im Fokus stehen vielfältige Beteiligungsmodelle, durch die Ideen gesammelt und eine Vielzahl von Maßnahmen realisiert wurden – vom Jugendsportpark über Kunstprojekte bis zum Radweg.


Förderung der Integration

Im Graefekiez, einem Bereich des Berliner Stadtbezirkes Friedrichshain-Kreuzberg mit besonders hohem Anteil von Bewohnern mit Migrationshintergrund, haben Migrantinnen aus 9 Nationen ihr eigenes soziales Unternehmen gegründet. Das Projekt „Graefewirtschaft e.V.: Kulturen verbinden – Vielfalt leben“ bietet in der Verbindung von Cateringservice, Kiezcafe/Kiezküche und Nähwerkstatt nicht nur Arbeitsplätze, sondern wirkt positiv in die Nachbarschaft eines benachteiligten Stadtteils hinein.

Die Stadt Dietzenbach hat gemeinsam mit der Nassauischen Heimstätte und vielen anderen Beteiligten die Initiative „Wir bewegen uns“ im Spessartviertel, einem Hochhausviertel mit Bewohnern aus über 80 Nationen, ins Leben gerufen. Über 50 Projekte konnten vor allem in Kooperation mit den Schulen auf den Weg gebracht werden, um Sport und Bewegung, Gesundheit und gesunde Ernährung mit Ausstrahlung auf die Integration in den Nachbarschaften zu fördern.


Die Anerkennungen 2010:

Elf weitere Initiativen wurden mit einer Anerkennung ausgezeichnet:
  • Das Familienhebammenprojekt "KLEEMOBIL" unterstützt in Stralsund werdende Mütter.
  • Der genossenschaftliche "Miniladen im Oberösch" sichert die Nahversorgung in Kempten – Sankt Mang.
  • Das Patenschaftsprojekt "Vergiss mich nicht" hilft im Berliner Quartier am Wassertorplatz Kindern von Suchtkranken.
  • In Sömmerda finden sich auf der Sozialraumkonferenz viele Akteure zusammen, um den sozialen Zusammenhalt in dem großen Wohngebiet "Neue Zeit" zu unterstützen.
  • Die Wohnungsbaugesellschaft "Stadt und Land" hat die Fassadensanierung in der Berliner "High-Deck-Siedlung" mit Ausbildungsplätzen für Jugendliche aus der Siedlung verbunden.
  • Im Projekt "Jugend für Kinder" helfen Ludwigsburger Teenager ihren Patenkindern in Kitas.
  • In Hannover – Hainholz gehen viele Akteure neue Wege, um Gewaltprävention und soziales Lernen miteinander zu verbinden.
  • Die THS Wohnen GmbH Gelsenkirchen hat ihr Modellprojekt "Lebensqualität plus" zum Nachhaltigkeitsmodell für langfristiges soziales Engagement des Konzerns entwickelt.
  • Das Internationale Suppenfest verbindet in Marburgs Hauptzuwandererstadtteil Richtsberg Bewohner aus aller Welt.
  • Der Stadt Eschweiler ist gemeinsam mit der Evonik Wohnen GmbH und 81 Einzeleigentümern die einheitliche Fassadensanierung einer denkmalgeschützten Bergmannsiedlung gelungen.
  • Im Kieler Stadtteil Gaarden wurde die Matthäuskirche nach Aufgabe der Gottesdienstnutzung zum sozialen Begegnungszentrum mit vielfältigen Angeboten.

 
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Letzte Änderung: 25.02.2013