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Die Gewinner

Von sechzig im Studentenwettbewerb "Schrumpfen als Chance? Stadt und Gesellschaft im Wandel" eingereichten Arbeiten zeichnete die Jury im März 2005 sechs Beiträge aus.

Die prämierten Beiträge sind:

flatten_all/Rückzug aus der Platte
von Stefanie Tröger und Boris Harbaum aus Dresden

Die Begründung der Jury:
Ausgangsbedingung der Arbeit ist eine radikale Entscheidung: der Totalabriss von Halle-Neustadt. Unabhängig davon, wie man diese Entscheidung bewertet, untersucht das Konzept flatten_all alle daraus folgenden Konsequenzen, insbesondere auch jene schmerzvollen Einschnitte in die Alltagserfahrungen der vorläufig weiter anwesenden Bewohner. Die Arbeit zeigt einen guten Informationsstand der wichtigen Literatur zum Thema und wendet Erkenntnisse daraus zielsicher an. Die Radikalität des Ansatzes zwingt den Beobachter, die Komplexität der Rückbauprozesse kritisch zu überdenken und die Belange der Betroffenen stärker ins Auge zu fassen. Es entsteht ein "Katalog" derjenigen Problemlagen, die in der Rückbaupraxis am häufigsten missachtet werden.

Die Arbeit:

Kontakt: Boris Harbaum


Schichtwechsel Görlitz
von Alexandros Tzouros, Dominique Fiegler, Gregor Herberholz und Christine Laubert aus Dresden

Die Begründung der Jury:
Der Beitrag stellt ein Revitalisierungskonzept für die Görlitzer Nikolaivorstadt vor, der bauliche Gestaltungsvorschläge mit Ideen zur Bürgerbeteiligung und bürgerschaftlichen Selbsthilfe kombiniert. Angesichts der großen Schwierigkeiten in Ostdeutschland, Planungsprozesse im Stadtumbau mit bürgerschaftlichen Beteiligungs- und Aktionsformen zu verbinden, stellt das Konzept eine wichtige Gestaltungs-und Organisationsidee zur Diskussion. Bei dem betrachteten städtischen Teilraum handelt sich um ein konsolidiertes innerstädtisches Wohnquartier mit demographischer Durchmischung und Zuzug, vermutlich auch mit relativ zahlungskräftigen Bewohnern, die Anstöße zur Aktivierung nachbarschaftlicher Selbsthilfepotenziale geben können. Neben eher konventionellen Formen der Selbstaktivierung (Bürgerverein, Tauschbörsen usw.) wird als innovatives Element das Modell der Hauspatenschaften eingeführt. Diese Patenschaften sollen über Vereinsgründungen den Erhalt der Bausubstanz leer stehender Häuser ermöglichen und den Paten spätere Nutzungsrechte garantieren. Der Handlungsansatz lässt aufgrund seines Modellcharakters erwarten, dass er zu Weiterentwicklungen Anlass gibt. Die BearbeiterInnen des Beitrags wären gut beraten, u.a. über die gesamtstädtische Dimension des Ansatzes weiter nachzudenken. So wäre denkbar, dass Hauspatenschaften nicht nur innerhalb ein und desselben Wohnquartiers, sondern auch in einer Art gesamtstädtischen Partnerschaft zwischen Bewohnern konsolidierter (als Geldgeber und Mentoren) und gefährdeter Quartiere entwickelt werden.

Zum prämierten Beitrag (pdf, 1,54 mb)



mags
Mobile Aktionsgruppe Stadt/Zeit zu gehen...
von Florian Groß, Sebastian Hermann, Timo Amann und Thomas Müller aus Kaiserslautern

Die Begründung der Jury:
Der Beitrag versteht sich als teils ironischer, teils provokanter Denkanstoß für ein erweitertes öffentliches Bewusstsein für die Ursachen und Folgen des Themas 'Suburbanisierung' und konzipiert exemplarische Aktionsformen für die Aktivierung bzw. Motivierung der Bewohner suburbaner Regionen für einen Rückzug in die Kernstädte. Eine fingierte Plakataktion zur Mobilitätsberatung, Aufklärungsschriften und Lehr-CD-ROMs zu den Folgen von Suburbanisierungsprozessen, Postkarten mit aufklärerischen Slogans und andere Medien transportieren Botschaften wie 'Suburbia sucks', 'in die Stadt ziehen' oder 'konzentriert euch' - allesamt mit dem Ziel, die Kernstädte aufzuwerten und zu einer neuen Urbanität zu finden. Als erfrischender, fundierter und direkt zu Diskussionen anregender Beitrag, der in eine Vielzahl lokaler Debatten direkt eingespeist werden kann, wird er von der Gutachtergruppe zur Prämierung empfohlen. Der BearbeiterInnengruppe wird für die Weiterentwicklung des Ansatzes angeraten, unterschiedliche praktische Umsetzungsszenarien durchzuspielen und die Materialien daraufhin zu fokussieren.

Vorstellung der Arbeit (pdf, 42,6 kb)

Internetseite mit weiteren Informationen

Kontakt: info@liebe-deine-stadt.de

Cargo City Net ... was die Stadt zusammenhält
von Tobias Strecker, Tobias Baur, Stephanie Witulski und Peter Bischler aus Konstanz

Die Begründung der Jury:
Die Arbeit richtet die Aufmerksamkeit auf die sozialen Folgen der Schrumpfung, speziell auf das Ausdünnen der Versorgungssysteme, womit eine Schwächung der sozialen Netze einhergeht. Auf diese drohende Situation wird mit der - durchaus realitätsnahen - Konzeption einer mobilen Versorgung reagiert: Die Dienstleistungen kommen zum Bürger. Für diese Idee wird ein phantasievolles Unternehmens- und PR-Konzept entwickelt und in Form einer Info-Broschüre spielerisch vorgeführt.
Für eine Vertiefung des Themas wird vorgeschlagen, das System mobiler Versorgung für die Fläche, d.h. für die sich rapide leerenden Landschaften der äußeren Peripherien weiter zu entwickeln - dort wird mit einer Realisierung eher zu rechnen sein als in städtischen Kontexten.

Zum eingereichten Beitrag (pdf, 1,49 mb)

Zusammenfassung des Beitrags (pdf, 117 kb)

Kontakte:
tobi.baur@web.de
p.bischler@gmx.de
s.witulski@web.de
t-strecker@web.de

Kindertagesstätte
Staybility
Staybility Wurzen
von Iris Holland, Nicola Späth und Kai-Uwe Reitmannaus Leizig

Die Begründung der Jury:
Die Autoren beginnen ihre Auseinandersetzung mit der ebenso klaren wie schwierigen Aussage, dass man sich im Stadtumbau nicht den Symptomen, sondern den Ursachen stellen muss. Aus einer Auseinandersetzung mit der Lage der Stadt im Raum sowie mit den einzelnen Stadtteilen werden Szenarien entwickelt. Mit einigen - noch eher plakativen - Aussagen wird ein breites Handlungsfeld aufgemacht, das Imageprobleme ebenso anspricht wie die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Hier liegt auch der innovative Ansatz, den die Jury in erster Linie würdigt: Wohnungsüberhang und fehlende Arbeitsplätze soll die 'heiße Idee' für eine 'neue Gründerzeit' befördern.
Jugendliche sanieren leerstehende Gründerzeitbauten und bewohnen sie dann selbst. Zu fragen ist allerdings, ob diese Idee im schwachen Gründerzeitbestand ihren richtigen Austragungsort hat und wie nachhaltig sie wirken kann: Was tun die jungen Leute, wenn sie eine Wohnung haben und ihr Haus fertig saniert ist?

Zum Beitrag (pdf, 5,17 mb)

Synergie . Schrumpfung und Nachhaltigkeit
von Felix Lueter, Gerrit Baumann und Rudolfo Tarulli aus Darmstadt

Die Begründung der Jury:
Die Autoren stellen sich - übrigens als einzige im Teilnehmerfeld - dem Problem der stadttechnischen Ver- und Entsorgung. Vor dem Hintergrund des Einwohnerrückgangs werden vereinzelte 'Wohnnischen' stehen bleiben; die Aufrechterhaltung der technischen Netze und Anlagen ist in Frage gestellt. Autarke Ver- und Entsorgungskonzepte räumlich, technisch und ökonomisch zu entwerfen, ist eine überaus relevante und aktuelle Fragestellung für schrumpfende Städte und Siedlungseinheiten. Ob sie dazu beitragen können, neue Wohnqualitäten, gar neue 'Adressen' zu schaffen, soll weiter diskutiert werden. Die Jury empfiehlt, die Ansätze dieser Arbeit mit denen anderer Preisträgerarbeiten in Verbindung zu bringen, beispielsweise mit flatten_all.

Vorstellung der Arbeit (pdf, 22 kb)

Berechnung (pdf, 19 kb)

Plakat 1 (jpg, 452 kb)

Plakat 2 (jpg, 389 kb)

Kontakt: Felix Lüter


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Synergie

 
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Letzte Änderung: 27.06.2005