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"Wohnen - Neues wagen!" - Einblicke in das Wohnen im Alter

Wie wollen wir wohnen, wenn wir alt sind? Auf diese Frage fand sich eine Fülle von Antworten bei der zweitägigen Fachtagung "Wohnen - Neues wagen!". Fachleute aus Kommunen, der Altenhilfe, der Wohnungswirtschaft, der Architektur, der Wissenschaft profitierten ebenso von den Fachbeiträgen wie die interessierten Bürgerinnen und Bürger, die am zweiten Tag vorbeischauten. Neben Fachvorträgen boten Informationsstände Gelegenheit zum Austausch.

w26-06, Wohnen - Neues wagen, wohnen im Alter, Fachtagung, September 2006, Demographischer Wandel
Quelle: Schader-Stiftung
Der einleitende wissenschaftliche Vortrag von Prof. Dr. Grymer behandelte den Zusammenhang zwischen der Verrentung - oder wie er sagte der Entberuflichung - und der neuen Bedeutung, die das Wohnen im Leben eines Menschen gewinnt. Man verbringe nicht nur mehr Zeit in der Wohnung als zuvor, sondern das Wohnen steige aus dem rein privaten, konsumptiven Bereich hervor. Das, was der Mensch an Selbstverortung und Nützlichkeit bislang aus dem Arbeitsumfeld bezogen habe, solle nun das Wohnumfeld leisten.

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Quelle: Schader-Stiftung
Im Anschluss zeigte Thomas Möller das Beispiel der Freien Scholle in Bielefeld auf: Die Bielefelder Baugenossenschaft hat sich zum Ziel gesetzt, ihre alten und alternden Mitglieder in deren Wohnungen zu halten, auch wenn Hilfs- oder Pflegebedürftigkeit eintritt. Neben dem Aufbau einer Beratungsstelle für Ältere und Angeboten zur Unterhaltung, Information u.ä. wurde ein Nachbarschaftszentrum realisiert, das quartiersbezogene Altenarbeit leistet.


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Quelle: Schader-Stiftung
Der Vortrag von Dr. Kirsten Mensch von der Schader-Stiftung bezog sich auf das sog. "smarte" Wohnen. Sie stellte Möglichkeiten vor, wie Wohnungen für Ältere mit "intelligenter" Netztechnologie so ausgestattet werden können, dass sie die Sicherheit erhöhen, den Alltag erleichtern, die Gesundheit fördern und Information sowie Kommunikation auf modernem Wege ermöglichen. Sie erörterte dabei auch die oftmals zu hörenden Vorbehalte gegen "smartes Wohnen", die vor allem in der Furcht vor der Verpflichtung zur Übernahme alles "technisch Machbaren" gründen.


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Quelle: Schader-Stiftung
Dr. Stefan Arend stellte im Anschluss daran die stationären Hausgemeinschaften des Mediana Pflegestifts in Fulda vor. Hausgemeinschaften bedeuten eine Abkehr von anstaltsähnlichen Altenpflegeheimen hin zu einem am herkömmlichen Alltagsleben orientierten Wohnen und Leben im Heim. Nicht nur die Architektur erinnert dabei an gewöhnliche, gemeinsam genutzte Wohnungen, sondern auch die gemeinsame Speisenzubereitung, die sozusagen das Herz des Lebens in einer stationären Hausgemeinschaft bildet. Von großer Bedeutung ist die Betreuung der Hausgemeinschaftsmitglieder. Dr. Arend stellte hierfür ein Weiterbildungskonzept vor.


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Quelle: Schader-Stiftung
Dr. Elly de Heus vom Age Concern aus den Niederlanden gibt einen einführenden Überblick über die OWOG-Methode, die auch im Rahmen der Darmstädter Veranstaltung Anwendung fand. Hierbei handelt es sich um eine an einem Kartenset orientierte Moderationsmethode, die älteren Menschen in mehreren "Workshop-Sitzungen" helfen soll, bestehende Problematiken ihrer jetzigen Wohnsituation und mögliche Alternativen dazu zu erkennen. Dr. de Heus betonte die Wichtigkeit der eigenen und eigenständigen Entscheidung älterer Menschen über die Art, wie sie wohnen und leben wollen.


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Quelle: Schader-Stiftung
"Gemeinschaftlich Wohnen im Alter" lautete der Titel des Vortrags von Jutta Orth aus Freiburg. Jutta Orth stellte Grundidee und Ausgestaltung der immer häufiger anzutreffenden gemeinschaftlichen Wohnprojekte vor. Sie zeigte dabei nicht nur deren Bandbreite sowohl hinsichtlich ihrer Form als auch ihrer Zielsetzungen auf, sondern gab auch Anregungen, wie ein Gelingen eines solchen Wohnprojektes schon in der Planungsphase begünstigt werden kann.

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Quelle: Schader-Stiftung
Ein weiteres Quartierskonzept, das ebenfalls in Bielefeld angesiedelt ist, stellte Wolfgang Preuß vom Verein Alt und Jung vor. Hierbei handelt es sich um ein Konzept, das die Dienstleistungen eines ambulanten Pflegedienstes zum einen zentriert um gemeinschaftliche Wohnprojekte mit (teilweise) pflegebedürftigen Bewohnern, zum anderen ausstrahlen lässt in das ganze Quartier. Ein Wohnprojekt wird somit zu einem umfassend nutzbaren Zentrum für die Siedlungsgemeinschaft.


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Quelle: Schader-Stiftung
Die Seniorenstadt oder - wie Alex Sievers von Inbo aus den Niederlanden sagte - ein "eigensinniges Dorf" ist eine Alternative zu altersgerechtem Umbau und Umstrukturierung im Bestand. Alex Sievers stellte die niederländischen Pläne zum Bau einer Seniorenstadt vor, die auf die Wünsche und Bedürfnisse über 55-Jähriger abgestimmt ist. Er wies darauf hin, dass die übliche Bewohnermischung von Alt und Jung in gewachsenen Stadtteilen zu durchschnittlichen Wohnumgebungen geführt hat, die eben nicht auf die Bedürfnisse einzelner Bewohner zugeschnitten seien. Diese Möglichkeit hingegen bestehe in einer neugebauten Seniorenstadt.


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Quelle: Schader-Stiftung
Ein Konzept am Rande des Wohnens, das jedoch das eigenständige Wohnen über längere Zeit hinweg sichern könnte, ist die von Mathilde Al-Dogachi vorgestellte Tauschbörse "Seniorenhilfe Dietzenbach e. V.". Für Alltagshilfen wie die Begleitung zu Ärzten, das Einkaufen, die Übernahme vom Schreibdienste u. ä. erwirbt sich ein Vereinsmitglied Punkte, die es später gegen Hilfeleistungen eintauschen oder auch verschenken bzw. vererben kann. Mathilde Al-Dogachi stellte neben diesem Tauschsystem auch die gemeinschaftsbildenden Angebote und Ereignisse des Vereins vor sowie die organisatorische Arbeit, die hinter der Seniorenhilfe stehen.


Am zweiten Tag standen die Informationsstände und Kurzvorträge zum Wohnen für Ältere in Darmstadt im Mittelpunkt.


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Hanne Schäfer von der "AG Wohnen und Leben" stellte nicht nur die Vorgehensweise des für Darmstadt geplanten OWOG-Workshops vor, sondern moderierte am Nachmittag auch die Auftaktrunde des 1. Darmstädter OWOG-Workshops.




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Quelle: Schader-Stiftung
Diplom-Gerontologin Annette Hieber, Universität Heidelberg, berichtete im Anschluss von den ersten Ergebnissen der von der Stadt Darmstadt in Auftrag gegebenen Befragung älterer Menschen in Arheilgen, die sie gemeinsam mit Dr. Frank Oswald und Dr. Christop Rott erarbeitet und ausgewertet hatte.


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Quelle: Schader-Stiftung
Die Angebote der bauverein AG im Bereich Seniorenwohnen stellte Stadträtin Daniela Wagner vor, die zugleich Vorstandsmitglied der bauverein AG ist.


Zwei weitere Vorträge widmeten sich dem gemeinschaftlichen Wohnen.


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Quelle: Schader-Stiftung
Zum einen zeigten Birgit Diesing und Jürgen Mühlfeld von der Darmstädter Wir-Agentur deren Beratungsangebot für gewünschte, geplante oder schon fortgeschrittene Wohnprojekte auf.
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Quelle: Schader-Stiftung
Zum anderen stellte Prof. Dr. Alfred Kessler das Projekt WohnArt3 vor. Dieses gemeinsam mit der bauverein AG durchgeführte Wohnprojekt soll gemeinschaftliches Wohnen auch im Mietsektor ermöglichen.
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Quelle: Schader-Stiftung
Zu Fragen der Finanzierung der Wohnzukunft im Alter gab Markus Rusam von der Sparkasse Darmstadt Hinweise und beantwortet Fragen.


Da beim Wohnen im Alter nicht nur an die so genannten rüstigen Alten zu denken ist, widmeten sich die folgenden drei Vorträge Fragen der Pflege und Betreuung.

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Quelle: Schader-Stiftung
Wolfgang Linck vom Beratungs- und ServiceZentrum für ältere Menschen der Stadt Darmstadt stellte ambulante und stationäre Pflegeangebote vor.

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Quelle: Schader-Stiftung
Aus dem Leben der in Fachkreisen über Darmstadts Stadtgrenzen hinaus bekannten Wohngemeinschaft für dementiell erkrankte Menschen berichtete deren Hauskoordinatorin Kerstin Seban vom DemenzForum Darmstadt e.V.

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Quelle: Schader-Stiftung
Während die Wohngemeinschaft des DemenzForums ambulant von einem Pflegedienst betreut wird, handelt es sich bei der von Jörg Joob (Leiter des Wohnpark Kranichstein) vorgestellten Einrichtung um ein stationäres Konzept. Der Wohnpark Kranichstein hat zwei Hausgemeinschaften für Demente eingerichtet, die nach dem psychobiographischen Pflegemodell von Prof. Erwin Böhm arbeiten.


Am Schluss der Veranstaltung fand das Auftakttreffen des ersten Darmstädter OWOG-Workshops statt. In einer Gruppe von 12 Personen wurden in den folgenden Wochen in sechs weiteren Sitzungen unter fachkundiger Moderation die individuellen Wünsche und Bedürfnisse des Wohnens erörtert. Ziel ist es, nach konkreten Umsetzungsmöglichkeiten zu suchen.

 
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Letzte Änderung: 22.11.2006